Nicht mehr ganz frische, schrumpelige Äpfel im Vorrat? Die verarbeiten wir zur Tarte Tatin!
Dafür gibt es Rezepte mit Blätter- oder Mürbeteig, wobei letzterer der Originalteig zu sein scheint. Die immer wieder zum Rezept servierte Geschichte darf nicht fehlen - weil sie, wenn schon nicht wahr, so doch gut erfunden worden ist:
An sich gehört ja der Teig bei einem Apfelkuchen nach unten und der Belag oben drauf. Der Legende nach hat irgendjemand ihren Apfelkuchen fallen lassen. Nun gilt die Drei-Sekunden-Regel: solange das Gericht weniger als drei Sekunden auf der Erde klebt, kann man es aufsammeln und wieder verwerten. So auch unsere geistesgegenwärtige Konditorin: sie rettete die Auflage, gab sie erneut in die Form und legte den Teig einfach drüber. Sehr nachhaltig also!
So sei er dann entstanden, der Apfelkuchen falsch herum. Wer mag das Malheur so genial kaschiert haben, das eine legendäre Tarte daraus entstand? Den Hotelbesitzerinnen Stéphanie und Caroline Tatin aus Lamotte-Beuvron im Kanton La Sologne wird dieser Geistesblitz zugeschrieben. Vermutlich fälschlich, aber jedenfalls stammt aus dieser Gegend das Rezept und der Name von den ungeschickten Geschwistern.
Tortenform? Tarte-Keramikform? Karamell zuerst im Topf und dann in Springform gießen? - Wenn wir die Rezepthistorie ernstnehmen, ist das alles Tünkram. Wir nehmen einfach die kleine gusseiserne 23-cm-Pfanne. In der karamellisieren wir die vom Fußboden aufgesammelten Apfelspalten und hauen abschließend den Teig drauf. Backofen. Fertig!
Zutaten
- 200g Mehl glatt
- 100 g Butter
- 50 g Zucker
- 1 Ei
- 3-4 Äpfel (Boskop oder ähnliche säuerlicher Sorte)
- Zitronensaft
- Zimtpulver
Zutaten für Karamell
- 100g Zucker
- 1 Ticken Wasser (2 TL)
- 50g Butter
Zubereitung
1) Den süßen Mürbeteig so zubereiten wie immer - nun mit Zucker, einer Prise Salz und einem ganzen Ei. Mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen
2) Äpfel schälen und in Zwölftelspalten schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht (zu) braun werden
3) 280g vom Teig (das ist rund die Hälfte des Teigs in unserem Mürbeteigrezept mit Zucker) abschneiden und ausrollen, im Durchschnitt 3 cm größer als die Pfanne
4) Den Ofen auf 180 Grad vorheizen
5) In der gusseisernen Pfanne Zucker mit einem Schuss Wasser schmelzen, Pfanne vorsichtig schwenken, um die blubbernde Zuckerschmelze gleichmäßig zu verteilen. Die Angelegenheit wird nämlich mittenmang ziemlich heiß, daher Obacht beim vorsichtigen Rühren mit dem Kochlöffel! Wenn der ganze Zucker geschmolzen ist, nach ca einer Minute, die Butter in Stückchen hineingeben. AM Schluss Zimt oder Vanillemark zufügen
6) Pfanne vom Herd nehmen und die Apfelstücke vorsichtiog spiralenförmig in den Karamell einlegen. Nun ist es wirklich heiß, Spritzer vermeiden, ich nehme dazu eine Zange. Dann zurück auf die kleinste Platte und ca. 1 min auf niedrigster Stufe einwirken lassen! So reduziert das Karamell. Überspringt man das "Einköcheln" ist das Karamell nach dem Backen mitunter zu wässrig
7) Teig locker auf die bemehlte (!) Nudelrolle auf- und über der Pfanne mit den karamellisierten Apfelstücken abrollen. Rand vorsichtig in die Pfanne stopfen, auf dem Backblech (nicht dem Gitter!) oben insgesamt rund 40 Minuten backen
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Der Bub legt den Teig auf |
8) Der Teig bläst sich beim Backen etwas auf, daher nach 5 Minuten mit einer dicken Nadel oder Gabel anstechen, damit die Luft austritt und der Teig sich auf die Füllung senkt. Man kann vermutlich auch von Anfang an den Teig anstechen, aber ich finde das Auf und Ab einen schönen Moment
9) Sobald die Teigoberfläche ockerfarben ist, Pfanne aus dem Ofen nehmen. Den Rand mit einem Messer lockern
10) Fünf Minuten "sacken lassen", dann eine Platte auf den Teig setzen und die Pfanne in einem Schwung umdrehen
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Erfolgreich aus der Pfanne (re.) gestürzte Tarte (li.)
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11) Dazu gibt's Vanille-Eis.
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